Geschichte unserer Kirchengemeinde

Außenansicht 1950

Wenn man sich nach den Urkunden richtet, beginnt die Birkenfelder Kirchengeschichte im Jahr 1395. Der Brötzinger Pfarrer Heinrich traf am Sonntag "Estomihi" mit dem Schultheißen Hans die Vereinbarung, dass ein Frühmesser künftig jede Woche in der Marienkapelle eine Frühmesse halten werde. Doch schon lange vorher, etwa ab dem 7. Jahrhundert, lebten Christen in dem Wohnplatz, der irgendwann den Namen Birkenfeld erhielt; Zeuge ist der Friedhof auf der "Großen Höhe", der heute weitgehend ausgegraben ist.

Kirchlich gehörte Birkenfeld dann bis 1490 zur Martinskirche in Brötzingen. Dorthin zur Mutterkirche mussten die Birkenfelder an Sonn- und Feiertagen zum Gottesdienst, mussten zu Taufe, Trauung und Begräbnis pilgern.

Innenansicht 1950

Ein Hans von Haslach und seine Ehefrau Margareth stifteten die Pfarrei zu Birkenfeld; die Gemeinde erhielt ihre eigene Kirche. Die Stifter schlugen Magister Michel von Wertheim, bisher Kaplan des heiligen Kreuzes in Pforzheim, dem Bischof zu Speyer als ersten Birkenfelder Pfarrer vor.

Birkenfeld war gerade eine eigene Pfarrgemeinde geworden, da führte Herzog Ulrich 1534 in Württemberg die Reformation ein. Die Pfarrer im Herzogtum sahen sich vor die Wahl gestellt, entweder katholisch zu bleiben und mit einer Abfindung ihr Amt aufzugeben oder sich in den Hauptstücken der evangelischen Lehre unterweisen zu lassen und künftig danach zu predigen.

Johannes Franck, der Birkenfelder Pfarrer, bekannte sich zur neuen Lehre und blieb von 1520 bis etwa 1550 im Amt.

Außenansicht 2005

Bis zum heutigen Tag haben sechsundsechzig Pfarrer und zwei Pfarrerinnen in Birkenfeld Dienst getan; im Dreißigjährigen Krieg blieb die Stelle von 1635 bis 1657 vakant und wurde von Gräfenhausen aus betreut.

Es fällt auf, dass bis etwa 1800 die Pfarrer nur wenige Jahre blieben. Die Stelle hatte wegen ihrer bescheidenen Besoldung einen schlechten Ruf – ein "wahre Strafpfarrei" nannte sie ein Historiker unserer Tage.

Innenansicht 2005

Einer der bedeutendsten Pfarrer war Heinrich Christlieb (1823-1838), später Dekan in Heidenheim. Er schrieb als Erster die Geschichte der Kirchengemeinde und begann eine jährliche Chronik über die Ereignisse in der Gemeinde zu verfassen.

Die späteren Pfarrer setzten – mit Lücken – diese Chronik bis 1898 fort, eine bedeutende Quelle für das 19. Jahrhundert.

 

 

Auch Wilhelm Kunz (1920-1932) befasste sich intensiv mit der Erforschung der Birkenfelder Geschichte. Bernhard Lörcher (1932-1947) erlebte hier die Nazizeit und musste als Mitglied der Bekennenden Kirche seinen Mann stellen.

Nach Johannes Franck blieb im Pfarramt I am längsten Hans Haag (Ehrenbürger der Gemeinde) von 1966 bis 1991; Rainer Boy im Pfarramt II von 1978 bis 1990.